Adelheid reloaded

oder Ein Jahr in der Hölle
Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich eine Zahnprothese bekam. Diese wurde auf Teleskopkronen aufgesetzt und hatte eine Gaumenplatte. Das Ganze war nötig, weil, wie sich mehr oder weniger zufällig herausstellte, mehrere Zähne unter meinen Kronen im Oberkiefer buchstäblich nicht mehr existierten und gezogen werden mussten. Die Prothese war die naheliegendste Lösung und kostete ein kleines Vermögen.

Sie zu tragen, war die Hölle.

Ich spürte das Ding 24 Stunden am Tag. Es tat weh, es war unangenehm, es war lästig. Essen und küssen waren mit Widerwillen verbunden. Es ist nicht zu beschreiben, wie grausam es war, dieses Ding zu tragen. Ich hätte mich daran gewöhnen sollen, wie an eine Brille, von der man weiß, dass sie da ist, die man aber nicht spürt. Ich gewöhnte mich nicht. Ganz im Gegenteil.

Keine leichte Zeit für mich und meinen Mann. Er legte mir nahe, etwas zu unternehmen, da er mich sonst vor die Tür setzen würde. Das war ein Scherz, aber ich hätte es ihm nicht übel genommen. Mit mir war nichts mehr anzufangen, die Prothese stand zwischen mir und meinem Leben wie eine Barriere.

Also unternahm ich etwas. Ich ließ mir Implantate einsetzen, auf die drei einzelne Brücken fest zementiert wurden, die KEINE Gaumenplatte brauchen. Das Ganze dauerte ungefähr fünf Monate und kostete ein mittleres Vermögen.

Und ich lebe wieder. Der Unterschied ist nicht in Worte zu fassen, also versuche ich es gar nicht erst.

Danke an Dr. Friedrich Wülfing, sein ebenso hochmotiviertes wie liebenswertes Team und an Thomas vom Zahnlabor. Ihr habt mein Leben gerettet.
Adelheid, am Montag, den 26. Juli 2010
 
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